Wo ist mein Rock aus allen Blumen der Welt
Der rotweißschwarze
Vor langer Zeit näht ich ihn mir.
- Bronislawa Papusza Wajs, „Tränen aus Blut“ -

 

In unserer Geschichte erzählen wir von einer bildenden Künstlerin, die nach Jahren der Nichtbeachtung – die mit ihrer Rolle als migrantische Frau im Kunstbetrieb zu tun hatte - die Möglichkeit einer Vernissage bekommt. Sie genießt den Applaus und die Bestätigung, ist aber eigentlich verunsichert und leicht verletzbar, nach so langer Zeit, die sie sozusagen im stillen Kämmerlein verbracht hat, allein mit ihrer Kunst. An die Vernissage schließt sich ein Podiumsgespräch an. Die Künstlerin wird nach ihren Impulsen gefragt, nach ihrem Werdegang. Die Leute sind zugewandt, freundlich. Alles ist harmonisch, bis die berühmte Frage nach der Herkunft („Wo kommen Sie ursprünglich her?“) viele Fässer öffnet. Die Künstlerin hat sich beim Schaffen der Skulpturen mit Frauenfiguren und Geschichten vieler Länder beschäftigt. Wo gehört sie selbst hin? Sie kann diese oder ähnliche Fragen nicht (mehr) beantworten, wird zunehmend gereizter, kann die Leute auf einmal nicht mehr ertragen, weil sie merkt, dass sie auf ihre Rolle als Migrantin reduziert wird. Hat sie so lange keine Aufträge mehr bekommen, weil sie schlechte Kunst gemacht hat, oder hatte sie im deutschen Kunstbetrieb einfach keine Fürsprecher*innen? Ist es jetzt plötzlich einfach für Migrantinnen, eine bestimmte Position einzunehmen, weil die Deutschen ohne Migrationshintergrund zeigen wollen, wie weltoffen sie sind? Sind die Zuschauer auch nur gekommen, um ihre eigene Weltläufigkeit zu demonstrieren?

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Team

Luise Rist, Javeh Asefdjah, Sandrinne Ugitoh Essem, Petra Straß, Mark Kutah, Ernestine Rickert, Norbert Aberle, Birte Müchler

 

Gefördert von

Niedersächisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Hanns-Lilje-Stiftung, Stadt Göttingen, EBR Projektentwicklung und gefördert aus Mitteln des Theaterpreis des Bundes