„Schmeckt Ihnen unser heimischer Fruchtsaft?“

 

UPPSALA

Theaterfilmexperiment über die Schwierigkeiten, die neue Freundin oder den neuen Freund mit nach Hause zu bringen, wenn zu Hause - wie in jeder Familie -  ganz eigene Regeln gelten…

Die jungen Erwachsenen der Gruppe Patchwork Peace trafen sich Corona bedingt auf Zoom, mit dem mittlerweile lang gehegten Wunsch, trotz widriger Umtände ein Stück auf die Beine zu stellen. Das Thema des Stücks, von den Teilnehmer*innen gemeinsam entwickelt, sind gesellschaftliche Codes und peinliche Situationen, die entstehen, wenn man die jeweiligen Regeln nicht kennt. Luise Rist schrieb Theaterszenen über eine Tischgesellschaft, inspiriert von allen Beteiligten, von allen Sprachen, und von der pandemie-bedingten Situation, in der auch eigene Regeln gelten. Aus dem Stück wurde schließlich ein Film, der mit allen Mitteln der Kunst den Umständen gerecht gedreht wurde, und zwar mit jeweils nur einer Person vor der Kamera. Sonja Elena Schroeder machte aus der Not eine Tugend, indem sie mit einem amüsanten Kunstgriff Sätze und Figuren digital am Tisch zusammen setzte.

Der experimentelle Film wird nach dem Sommer im Werkraum oder Open Air gezeigt.

 

 

Das Team

Zu Patchwork Peace gehören junge Menschen aus den verschiedensten Herkünften, sie stammen aus Syrien, Afghanistan, Iran, Bosnien, Rumänien, aus Sambia und aus Deutschland. Die Gruppe, die sich zusammengefunden hat und noch weitere Spieler*innen aufnehmen kann, - oder Menschen, die Lust haben, Backstage zu dem Stück beizutragen -, bildet eine kleine visionäre Zelle. Denn in den Proben entsteht die Lust aufs Kennenlernen, und es ist eine Chance, wenn Gymasiasten, FSJler, Arbeitssuchende, Studierende aus aller Welt miteinander auf der Bühne agieren und eigene Grenzen durchlässiger werden. Schön, wenn jemand aus Sambia zum ersten Mal mit der Kultur der Roma in Berührung kommt und wenn alle erfahren, dass Yag Bari das Große Feuer meint – das Feuer, um das sich die Roma-Familien versammelten, das aber auch in die Zukunft weist, weil es nicht aufgehört hat zu brennen große Verschlingen“, wie der Holocaust auf Romanes heißt.
Mit viel Humor, Spaß am Ausprobieren und Nachdenken wächst die Gruppe, durch Reibung entsteht Wärme. Yag Bari.

Das alternative Corona-Ergebnis dieser Projektgruppe in Form eines Films gibt es HIER auf der Webseite des Roma Centers.

Leitung: Luise Rist


DER FILM

Die Tee-Familie:

Manuel Rath als Primus

Madana Mahrow als Eusebia

Stevie Tchoualla Tallaffo

Lucie Udelhoven als Tante Tee

Dennis Schalipp als Onkel Donald oder Don Quixote

Armel Juvenal Soh als Bruder
 

Der Saftladen:

Ninoska Meija als Nana

Ariane Ketabi als Teneriffa

Wilfred Hoare als Wilhelm

Atiena Abednia als Tante Uppsala

Florian Boubacar Schulte als Onkel Freihut

Kamera: Samiullah Baloch

 

Gefördert von

Fonds Soziokultur (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien)