boat people projekt
Theaterproduktionen
Wir entwickeln, schreiben und inszenieren seit 2009 Theaterstücke zum Thema Flucht. Menschen aus verschiedenen Ländern, die ihre Heimat hinter sich gelassen haben, sind unsere Begleiter geworden. Wir haben sie gefragt, wie sie hier in Niedersachsen leben, wie sie den deutschen Alltag empfinden und ob sie an ihm Anteil haben. Sie haben uns ihrerseits Fragen gestellt. Sie wollten zum Beispiel wissen, wie man ohne Glauben leben kann und warum alte Menschen bei uns in Seniorenheimen untergebracht werden.
Mit Theaterstücken an ungewöhnlichen Orten, Walking Acts auf Stadtplätzen und der Performance von Minidramen im öffentlichen Raum haben wir uns in einen lustvollen Dialog der Kulturen begeben.
Inwieweit ist interkulturelles Theater in der Lage, Grenzen zu überschreiten?
Wir bewegen uns immer wieder auf einem schmalen Grat. Die Diskussion zum Thema Integration, Interkultur, zum Begriff der Inklusion, erreicht derzeit eine breite Öffentlichkeit. Für Theaterschaffende eine Chance, etwas Eigenes beizutragen, Kunstvolles, Schönes, Verrücktes, Berührendes.
Vielen Menschen ist die Teilhabe an unserer Gesellschaft nicht möglich, weil sie in unserem Land nur geduldet sind, und in diesem Zustand des „Noch Nicht“ jahrelang verharren. Ihnen ist die Teilhabe nicht möglich, weil sie in einer anderen Welt zu leben scheinen, obwohl diese nur wenige Häuser von unserer entfernt liegt; in Göttingen zum Beispiel wohnen über fünfhundert Menschen, die vor Krieg und Diskriminierung, u.a. aus dem Kosovo, geflüchtet sind, und die wenig Kontakt zu deutschen Anwohnern haben. Es sind Angehörige von Roma-Familien.
Unser aktuelles Projekt heißt ROSENWINKEL, benannt nach der Straße, in der die Roma angesiedelt wurden.
